Einsteckschlösser für Außentüren
Als Grundausstattung der Abschlusstüren im privaten Wohnbereichs galt und gilt vielfach das sog. Behörden-Einsteckschloss (bzw. Sicherheitsschloss) mit Riegel und Falle sowie Wechselfunktion (= Klasse 4 nach DIN 18 251-1). Die Wechselfunktion (der sog. Wechsel) im Schloss ist erforderlich, damit auf der Außenseite der Tür die Falle mit Hilfe des Schlüssels zurückgezogen werden kann, wenn zur Betätigung kein Drücker verwendet wird, sondern ein starrer Knopf, ein Stoßgriff, eine Grifflatte o. Ä. Die Funktion der Fallenbetätigung „wechselt“ also vom Drücker auf den Schlüssel.
Mit der Entwicklung der modernen Schloss- und Verriegelungstechnik werden heute jedoch zahlreiche alternative Lösungen angeboten, die zusätzliche Sicherheit, höheren Bedienkomfort und zusätzliche Nutzen versprechen.
Zu nennen sind:
(1) im Bereich der mechanischen Schlösser automatisch verriegelnde oder selbstverriegelnde Schlösser, die den Bedienkomfort, aber auch die Sicherheit erhöhen, indem sie automatisch den Riegelvorschub auslösen, sobald die Falle ins Schließblech eingreift. Für die „Vergesslichen“ erübrigt sich so das Verriegeln mit dem Schlüssel (die Verriegelung sorgt erst für wirkliche Sicherheit an der Tür, nicht die Falle, die nur die Tür im Schließblech hält). Für die anderen, die immer schon mit dem Schlüssel verriegelt hatten, ist es ein neuer Begehkomfort.
Mehrfachverriegelungen (= zum klassischen Schlossriegel treten zusätzliche Verriegelungselemente, die auf dem Türblatt verteile beim Verriegeln in die Zarge greifen. Diese Rollzapfen oder schweren Rundbolzen hemmen nicht nur Einbruchversuche, sondern mindern ein Verziehen der Tür bei widrigen Witterungsbedingungen. Auch hier werden Modelle angeboten, die zumindest die Zusatzriegel automatisch beim Zuziehen der Tür vorschieben.
(2) Schlösser mit elektrischen und elektronischen Komponenten (Mechatronik)
Mechatronik im engeren Sinne bedeutet, dass elektronische Komponenten mechanische Komponenten steuern und automatisieren.
Zu nennen sind hier:
Türcode-Beschläge (in Verbindung mit Einsteckschlössern). Sie arbeiten in Verbindung mit einem speziellen Drehknauf/-knopf, der durch die Eingabe des richtigen Codes freigegeben wird und danach Riegel und Falle betätigen kann. Neuere Versionen werden auch schon mit Transponder-Technologie ausgerüstet.
Motorzylinder sind Profilzylinder mit einem im Knauf integrierten elektrischen Antriebsmotor, der das Vorschieben des Riegels (Verriegeln) und das Zurückziehen des Riegels (Entriegeln) übernimmt. Sie ersetzen den (mechanischen) Schließzylinder. Die Steuerung erfolgt wie beim Motorschloss (Ident-Medien, manuelle Taster oder zentral). Motorzylinder lassen sich in nahezu alle Schlösser und Mehrfachverriegelungen einbauen.
Das Einsteckschloss (mit Wechsel!) kann jederzeit von außen mit dem Schlüssel und von innen mit dem Drehknauf mechanisch betätigt werden.
Die lange üblichen Türöffner (bei denen ebenfalls per Code-Eingabe das Schließblech freigegeben wurde) werden heute nicht mehr eingesetzt, da sie ohne vorgeschlossenem Riegel arbeiteten, d. h. keine Einbruchhemmung gewährleisten konnten).
Hinweis:
Bei der Auswahl von Einsteckschlössern ist die unterschiedliche Entfernung zu beachten: sie beträgt bei Hauseingangtüren 92 mm, bei Wohnungseingangstüren jedoch 72 mm.
Einsteckschlösser für Innentüren
werden nach DIN 18 251 (2002-07) Schlösser - Einsteckschlösser — Teil 1: Einsteckschlösser für gefälzte Türen gefertigt.
Die DIN 18 251 unterscheidet insgesamt 4 Schlossklassen mir steigenden Anforderungen, wobei die Schlösser nach den ersten beiden Klassen an Innentüren im privaten Wohnbereich eingesetzt werden.
| Klasse 1 |
Schloss für Innentüren (sog. „leichtes Innentürschloss“) |
Klasse 2
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Schloss für Innentüren mir erhöhten Anforderungen (sog. „Innentürschloss“) |
Klasse 3
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Schloss für Wohnungsabschlusstüren |
Klasse 4
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Schloss für erhöhte Einbruchhemmung und hohe Benutzerfrequenz (sog. »Behördenschloss“) |
Andere Schlösser (z. B. spezielle Schlösser bei Ganzglastüren oder Aufschraubschlösser für Schiebetüren etc) werden von dieser Norm nicht erfasst.
Die Einsteckschlösser besitzen entweder einen Schließ- und Verriegelungsmechanismus als Buntbartschloss (BB) und Zuhaltungsschloss (Chubbschloss) oder sie sind als Profilzylinderschloss (PZ) zur Aufnahme eines Profilzylinders „vorgerichtet“. Eine Sonderform besitzen die Schlösser für Badtüren, die mit einem 1-tourigen Riegel ausgerüstet werden.
Die Bezeichnung der Schlösser erfolgt mit Hilfe von Kurzzeichen in der Reihenfolge:
Schloss DIN 18251 — zutreffende Kurzzeichen in der Reihenfolge der nachfolgenden Tabelle — Schlossklasse,
| Benennung |
Kurzzeichen |
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| Buntbartschloss |
BB |
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| Zuhaltungsschloss |
ZH |
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| Zylinderschloss vorgerichtet für Profilzylinder |
PZ |
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| Schloss für Badtüren |
BAD |
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| Dornmaß (Beispiel: 55 mm) |
55 |
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| Wechseleinrichtung |
W |
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| Linksschloss (Links-Bezeichnung nach DIN 107) |
L |
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| Rechtsschloss (Rechts-Bezeichnung nach DIN 107) |
R |
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Neben den Einsteckschlössern werden andere Schlösser, wie z. B. Aufschraubschlösser benötigt. Diese besitzen zwar nicht genormte Maße wie die Einsteckschlösser, sind jedoch i. d. R. für PZ vorgerichtet, z. B. Schlösser für Ganzglastüren.
Schlösser für Innentüren nach DIN 18251 sowie weitere im Innenbereich benötigte Schlösser werden von zahlreichen Schlossherstellern angeboten. Bei der Auswahl sollte insbesondere auf die Geräuschdämfung und auf die Ausführung des Stulps (Form, Oberflächenfinish) geachtet werden.
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